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Heide Ecker-Rosendahl 1972 in München

In unserer Geschichtsstunde blicken wir wöchentlich auf einen historischen Moment der deutschen Olympia-Geschichte. Heute: Der Doppel-Gold-Erfolg von Heide Ecker-Rosendahl 1972 in München.

Vergangenen Dienstag ist die Doppel-Olympiasiegerin Heide Ecker-Rosendahl 70 Jahre alt geworden. Grund genug für uns, auf ein Highlight ihrer Karriere zu blicken – ihre Olympiateilnahme 1972 in München. Schließlich war sie damals der deutsche Star der Spiele.

München, 1972 – für Heide Rosendahl wohl ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst glänzte sie im Weitsprung. Die in der Qualifikation für das Finale geforderten 6,30 Meter übersprang sie gleich im ersten Versuch mit ihren 6,62 Metern deutlich und konnte so die Spikes schnell wieder in die Tasche packen. Lediglich Angelika Liebsch, die für die DDR startete, sprang mit 6,69 Metern in der Quali noch weiter.

Doch für Liebsch lief es im Finale gar nicht, am Ende stand Rang 13 mit 6,23 Metern. Ganz anders bei Heide Rosendahl, die gleich im ersten Versuch die Tagesbestweite aufstellte: 6,78 Meter. Doch statt es ruhig angehen zu lassen, folgten fünf weitere, fast gleich starke Sprünge auf 6,76 m, 6,69 m, 6,52 m, 6,73 m und abschließend auf 6,71 Meter. Weiten in dieser Region hatte Heide Rosendahl aber auch gebraucht, kam doch die Bulgarin Diana Jorgowa im Finale stark auf. In ihrem dritten Versuch flog sie auf 6,77 Meter. Dabei sollte es bleiben – am Ende entschied ein Zentimeter über den Olympiasieg. Dritte wurde die Tschechin Eva Suranová mit 6,67 Meter. 

Dann musste die Sportlerin der Jahre 1970 und 1972 eine „Niederlage“ im Fünfkampf hinnehmen. Am Ende war es „nur“ Silber, statt der erwarteten Goldmedaille. Und das, obwohl Rosendahl im Weitsprung abermals eine großartige Leistung zeigte und deutlich Boden gutmachen konnte. Mit 6,83 Metern sprang sie im Vergleich zum Einzelwettbewerb sogar noch einmal fünf Zentimeter weiter. Und auch im 200-Meter-Sprint brachte sie die schnellste Zeit auf die Bahn. Sie gewann mit über einer halben Sekunde Vorsprung auf die Zweitplatzierte.

Dies reichte jedoch nicht, um die Britin Mary Peters noch abzufangen, die überragende Leistungen im Hochsprung und im Kugelstoßen gezeigt hatte. Sie gewann schließlich mit neuem Weltrekord und gerade einmal zehn Punkten Vorsprung auf Rosendahl Gold.

Es folgte der große Schock nach dem verheerenden Attentat auf die israelische Mannschaft. Und wie der damalige IOC-Präsident Avery Brundage empfand sie es für richtig, die Spiele fortzusetzen. Schließlich sei der einzige „Kampf“ der ausgetragen werden sollte, jener auf den Laufbahn. Davon konnte sie selbst eine Morddrohung gegen ihre Person nicht abhalten. Denn sie wusste, dass ihre Staffel auf sie zählte, hatte man doch mit der 4x100-m-Staffel der DDR um Doppel-Olympiasiegerin Renate Stecher einen ganz starken Gegner, der die Staffel der BRD im Vorlauf um eine Zehntelsekunde bezwang.

Im Finale sollte es anders laufen. Das Quartett Christiane Krause, Ingrid Mickler-Becker, Annegret Richter und Heide Rosendahl gewann die 4x100 Meter mit neuem Weltrekord in 42,81 Sekunden – vor der DDR in 42,95 Sek. Erstaunlich dabei, dass Schlussläuferin Rosendahl auf der Zielgeraden zu Stecher auflaufen und sie schließlich überholen konnte. Somit gewann die Staffel der Bundesrepublik erstmals die Olympische Goldmedaille.

Vergangenen Dienstag ist Heide Ecker-Rosendahl 70 Jahre alt geworden. Sie kann zurückblicken auf eine erfolgreiche Karriere im Sport. Der Diplom-Sportlehrerin wurde zudem 2008 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen und auch in der Hall of Fame des deutschen Sports ist sie selbstverständlich zu finden. Dem Sport ist sie stets treu geblieben: Als Trainerin beim TSV Bayer 04 Leverkusen, als Präsidiums-Mitglied des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und als stellvertretende Vorsitzende der Sportstiftung NRW. Auch ihr Sohn, der 1977 geborene Danny Ecker, hat es sportlich weit gebracht, zählte er zu seiner aktiven Zeit zu den besten deutschen Stabhochspringern, der an drei Olympischen Spielen teilnahm.

Heide, auch wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute und nehmen deinen 70. Geburtstag zum Anlass, uns noch einmal für viele großartige Sportmomente mit dir zu bedanken - und für deine rot-weißen Ringelsocken. 

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