DOSB - Olympiamannschaft

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Olympic Weekly

4x Kanu-Gold, Hausding knapp an Bronze vorbei

In unserem Olympic Weekly schauen wir jede Woche auf das zurück, was in der Vorwoche im olympischen Sport passiert ist - selbstverständlich mit Fokus auf unsere deutschen Athletinnen und Athleten.

Kanu

Die deutschen Rennsport-Kanuten haben bei der EM in Plowdiw mit vier Goldmedaillen in den olympischen Klassen überzeugt.

Plowdiw/Köln (SID) Auf die deutschen Topstars war Verlass: Angeführt vom dreimaligen Olympiasieger Sebastian Brendel haben die deutschen Rennsport-Kanuten in Plowdiw einen überzeugenden EM-Auftritt gefeiert und eine gelungene Generalprobe für die Weltmeisterschaften Ende August in Racice/Tschechien hingelegt. Insgesamt durfte sich der Deutsche Kanu-Verband (DKV) in Bulgarien über viermal Gold in den zwölf olympischen Bootsklassen freuen.

"Wir haben die EM völlig der WM untergeordnet. Aus dieser Sicht können wir schon ganz zufrieden nach Hause gehen", sagte der leitende Bundestrainer Arndt Hanisch. Die Deutschen bestritten die kontinentalen Titelkämpfe komplett aus dem Training heraus.

Der Potsdamer Brendel, in Rio mit zwei Goldmedaillen dekoriert, gab dabei am Samstag im Canadier-Einer über 1000 m den Startschuss für die deutschen Titeljäger. Wenig später folgten über die gleiche Distanz Gold für London-Olympiasieger Peter Kretschmer mit Partner Yul Oeltze (Leipzig/Magdeburg) im Canadier-Zweier sowie für die Vierer-Olympiasieger Max Hoff/Marcus Groß (Essen/Berlin) im Kajak-Zweier. Am Sonntag sorgten die London-Olympiasiegerinnen Franziska Weber/Tina Dietze (Potsdam/Leipzig) im Kajak-Zweier über 500 m dann für den vierten deutschen Sieg.

"Ich war auf den letzten 150 Metern schon ein bisschen vor. Da war ich mir schon ziemlich sicher, dass es reicht", sagte Brendel, der sich mit seinem gewohnt starken Endspurt im letzten Renndrittel gegen den Tschechen Martin Fuksa und den Russen Kirill Schamschurin durchsetzte.

Der 29-Jährige durfte sich sogar noch über weiteres Edelmetall freuen. Im C1 über die nicht-olympischen 5000 m war er auch nicht zu bezwingen, mit Conrad Robin Scheibner (Berlin), Stefan Kiraj und Jan Vandrey (beide Potsdam) gewann er im ebenfalls nicht-olympischen Canadier-Vierer über 1000 m zudem Silber.

Souverän holten sich Hoff/Groß das EM-Gold. "Wir haben an uns geglaubt. Es war eine Genugtuung", sagte Hoff: "Das war für die WM echt wichtig." Über die nicht-olympischen 5000 m legte Hoff im K1 nach und holte seinen zweiten Titel in Plowdiw.

Tabea Medert (Potsdam) und Melanie Gebhardt (Leipzig) gewannen mit Bronze im nicht-olympischen K2 über 1000 m weiteres Edelmetall für den erfolgsverwöhnten DKV. Im nicht-olympischen K1 über 5000 m wurde Medert ebenfalls Dritte.

Gesundheitlich geschwächt hatte der in dieser Saison so starke Kajak-Vierer über 500 m eine Niederlage hinnehmen müssen. Ohne den kurzfristig erkrankten Olympiasieger Max Rendschmidt (Essen) kamen Olympiasieger Tom Liebscher (Dresden), der Rio-Dritte Ronald Rauhe (Potsdam), Max Lemke (Mannheim) sowie Ersatzmann Timo Haseleu (Potsdam) auf Platz fünf. Rendschmidt hatte wegen einer Magen-Darm-Erkrankung passen müssen.

Rauhe und Lemke erklommen dennoch das Podest. Im Kajak-Zweier kamen sie über die nicht-olympischen 200 m auf den Bronzerang. 

Schwimmen

Wasserspringer Patrick Hausding verfehlte zum zweiten Mal knapp das Podest, die erfolgsverwöhnten Freiwasserschwimmer um Olympia-Hoffnung Finnia Wunram gingen leer aus: Am ersten WM-Wochenende in Ungarn blieben die Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) noch ohne Medaille. 

Fünf Punkte fehlten Rekord-Europameister Hausding am Sonntag im WM-Finale vom 1-m-Brett in Budapest zu Bronze, der Berliner musste im Finaldurchgang den Italiener Giovanni Tocci noch auf den dritten Rang vorbeiziehen lassen. "Eine Medaille wäre zwar super, aber ein Weltuntergang ist Platz vier auch nicht. Das ist nur meine Nebendisziplin", sagte er. Gold und Silber gingen wie erwartet an die beiden Chinesen Peng Jianfeng und He Chao.

Bereits 21 Stunden zuvor hatte Hausding zusammen mit Stephan Feck im 3-m-Synchronspringen als Fünfter um knapp 15 Zähler Edelmetall verpasst. Am Montag (13.00 Uhr) will der Olympiadritte seinem langjährigen Synchronpartner Sascha Klein vom Turm einen krönenden Karriereabschluss bescheren. Mit dem Dresdner hatte er 2011 WM-Silber und 2013 WM-Gold gewonnen.

Nach über zwei Stunden im Plattensee trennten Wunram nur 8,9 Sekunden von der ersten WM-Medaille für die deutschen Freiwasserschwimmer, doch die 21-Jährige strahlte trotzdem. "Ich wollte unbedingt unter die Top 10", sagte die Magdeburgerin nach ihrem siebten Platz über zehn Kilometer, "das gibt Selbstbewusstsein." Erstmals auf der olympischen Distanz in die Weltspitze vorgestoßen, ist Wunram eine große Hoffnung für Tokio 2020.

Die Gegenwart sieht jedoch trist aus, die glorreichen Zeiten mit Rekordweltmeister Thomas Lurz sind endgültig vorbei. "Es ist eine Umbruchphase", gab Bundestrainer Stefan Lurz zu. Dies war schon am Samstag deutlich geworden: Auf ihrer einstigen Paradestrecke über fünf Kilometer schwammen die Deutschen weit hinterher und blieben zum ersten Mal seit 2001 ohne Edelmetall. Auf der Distanz, auf der Thomas Lurz und Co. bei zwölf Weltmeisterschaften in Folge zwölf Medaillen gewonnen hatten, landeten die Debütanten Marcus Herwig und Ruwen Straub weit abgeschlagen auf den Rängen 26 und 28.

Die Wasserspringer waren näher dran: Zwölf Zähler trennten Ex-Europameisterin Tina Punzel am Samstag im Finale vom 1-m-Brett als Sechste vom Podest, die EM-Dritte Louisa Stawczynski wurde Achte - ebenso wie das Synchron-Duo Christina Wassen/Florian Fandler im Mixed-Wettbewerb vom Turm. Bereits im Vorkampf schied Christina Wassen dagegen am Sonntag mit ihrer Schwester Elena als 15. im Turm-Synchronspringen aus.

Mit Dreitagebart und Glatze feierte Niklas Stoepel seine langersehnte WM-Premiere im Synchronschwimmen. Der Bochumer nahm als erster Deutscher am Mixed Duett teil und sah sich am Ende eines langen Weges. "In Deutschland und im Verein fühle ich mich schon längst voll aufgenommen. Jetzt ist es auch international so", sagte der 25-Jährige nach Platz acht im Vorkampf der Technischen Kür mit seiner Partnerin Amelie Ebert: "Ich glaube, man merkt, dass da bisher was gefehlt hat."

Tennis

Anna-Lena Grönefeld hat auch im siebten Anlauf ihr erstes Grand-Slam-Finale im Doppel verpasst. Die 32-Jährige aus Nordhorn unterlag in Wimbledon an der Seite der Tschechin Kveta Peschke den Olympiasiegerinnen von Rio, Jekaterina Makarowa und Jelena Wesnina aus Russland, 5:7, 2:6.

Leichtathletik

Hindernis-Spezialistin Gesa Felicitas Krause hat rund drei Wochen vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London erneut ihre starke Form unter Beweis gestellt. Die 24-Jährige gewann beim Diamond-League-Meeting in Rabat/Marokko über 3000 m Hindernis in 9:18,87 Minuten vor den Kenianerinnen Norah Jeruto und Roseline Chepngetich. Am vergangenen Wochenende war Krause bei den deutschen Meisterschaften über 3000 und 5000 m ein bemerkenswertes Double gelungen.

Der deutsche Kugelstoß-Meister David Storl kommt rund drei Wochen vor der WM in London immer besser in Schwung. Beim Meeting in Gotha steigerte der 27 Jahre alte Leipziger seine Saisonbestmarke um 34 Zentimeter auf 21,87 m und rückte auf Platz sechs in der von US-Olympiasieger Ryan Crouser angeführten Jahresbestenliste vor.

Senkrechtstarterin Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen) hat nur eine Woche nach den deutschen Meisterschaften auch den Titel bei den U23-Europameisterschaften über 1500 m geholt. Die 20-Jährige aus Leverkusen siegte im polnischen Bydgoszcz in 4:10,30 Minuten souverän vor den Polinnen Sofia Ennaoui und Martyna Galant und unterstrich rund drei Wochen vor der WM in London (4. bis 13. August) ihre beeindruckende Form.

Hockey

Die deutschen Hockey-Frauen haben sich beim Halbfinalturnier der World League in Johannesburg Platz zwei in der Vorrunden-Gruppe A gesichert und damit eine gute Ausgangsposition für das Viertelfinale geschaffen. Die Mannschaft von Bundestrainer Jamilon Mülders setzte sich im abschließenden Spiel gegen den zuvor ungeschlagenen Spitzenreiter Japan mit 3:0 durch und trifft am Dienstag (18.00 Uhr/DAZN) auf Gastgeber Südafrika.

Die deutschen Hockey-Männer haben beim Halbfinalturnier der World League in Johannesburg auch ihr drittes Spiel gewonnen und die Tabellenführung erobert. Nach dem vorzeitigen Viertelfinaleinzug bezwang das Team von Bundestrainer Stefan Kermas den bisher ungeschlagenen Olympiazweiten Belgien 3:2 (1:0).

"Wir sind heute sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Spielleistung. Es ist alles andere als selbstverständlich, dass eine so junge Truppe beim Stand von 1:2 das Match gegen eine so erfahrene Mannschaft noch drehen kann", sagte Kermas, "da haben wir viel Abgezocktheit bewiesen." Marco Miltkau, Lukas Windfeder und Dieter Linnekogel erzielten die Tore. 

Die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) führt die Tabelle der Gruppe B mit neun Punkten vor Belgien, Irland (beide 6), Ägypten (3) und Gastgeber Südafrika (0) an. Vier der fünf Teams kommen ins Viertelfinale, nach den Siegen über Ägypten (5:0) und Südafrika (4:3) hatte das DHB-Team sein Ticket bereits sicher. Zum Abschluss der Vorrunde geht es gegen Irland (heute 16.00 Uhr).

Rugby

Die deutschen 7er-Rugbyherren haben das vierte und letzte Turnier der europäischen Sevens Grand Prix Series 2017 im englischen Exeter auf dem siebenten Platz abgeschlossen. Damit musste man sich zwar im Abschluss-Klassement noch Wales, das in Exeter Zweiter wurde, passieren lassen. Mit Gesamtrang fünf hat die DRV-Auswahl allerdings das selbstgesteckte Ziel, unter den besten sechs Team zu landen, klar erreicht. Zudem sicherte man sich neben Irland souverän den zweiten Startplatz bei den kommenden Hong Kong Sevens, wo man erneut die Chance hat, sich für die Sevens World Series zu qualifizieren. 

Volleyball

Die deutschen Volleyballerinnen haben die Finalrunde beim Grand Prix fest im Blick. Beim zweiten Vorrundenturnier in Almaty/Kasachstan gewann das Team von Bundestrainer Felix Koslowski 3:0 (25:16, 25:16, 25:23) gegen Kolumbien und holte damit den fünften Sieg im sechsten Spiel. Zuvor hatte die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) beim zweiten Vorrunden-Wochenende ein 3:1 gegen Gastgeber Kasachstan und ein 3:0 gegen Kroatien geholt.

Nach Almaty steht das dritte und letzte Vorrundenturnier im kanadischen Richmond auf dem Programm. Koslowski nutzt den Grand Prix als Test für die EM in Aserbaidschan und Georgien (22. September bis 1. Oktober).

Sollte sich Deutschland als eines der besten drei Teams der Vorrunde für das Finale qualifizieren, hätte die Auswahl am 29./30. Juli in Ostrau/Tschechien die Chance, um den Aufstieg in die Gruppe 1 zu spielen. 

Beachvolleyball

Den Beachvolleyball-Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst läuft auf ihrer Jagd nach der WM-Form die Zeit davon. Die Hamburgerinnen traten nach einer einmonatigen Verletzungspause beim Einladungsturnier in Long Beach an, kassierten bei ihrem Comeback aber am Ende zwei deutliche Niederlagen.

Ludwig/Walkenhorst unterlagen zunächst im Halbfinale den Weltranglistenersten Larissa/Talita aus Brasilien 16:21, 16:21. Im anschließenden Spiel um Platz drei gab es ein 17:21, 14:21 gegen das junge US-Duo Claes/Hughes.

Die deutschen WM-Medaillenhoffnungen Chantal Laboureur und Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) scheiterten im Viertelfinale an Larissa/Talita. Bei ihrem ersten World-Tour-Triumph eine Woche zuvor im schweizerischen Gstaad hatten sie die Brasilianerinnen im Finale noch bezwungen.

"Leider hat es für das Podium nicht gereicht", übermittelten Ludwig/Walkenhorst, "nichtsdestotrotz konnten wir zusammen viel Spielpraxis sammeln und fliegen müde nach Hause. Wir freuen uns aber über weitere eineinhalb Wochen Training, um uns auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten." Das erste WM-Gold ist ihr großes Ziel. Die WM findet vom 28. Juli bis 6. August in Wien statt.

Die Hanseatinnen hatten zuletzt wegen erneuter Schulterprobleme bei Walkenhorst nicht gemeinsam antreten können. Dies war zuletzt Mitte Juni in Den Haag der Fall, wo sie im Achtelfinale ausgeschieden waren. Es war für das erfolgreiche Duo erst das dritte internationale Turnier der Saison. Ludwig hatte sich im Winter aufgrund chronischer Schmerzen einer Schulter-Operation unterzogen.

Triathlon

Mit einem sensationellen dritten Platz hat sich Laura Lindemann beim ITU World Triathlon in Hamburg ihren ersten Podestplatz in der wichtigsten Triathlon-Kurz-Distanz-Serie der Welt gesichert. Beim Sieg von Flora Duffy (Bermudas) wurde Ashley Gentle aus Australien Zweite. Für die Deutsche Triathlon Union war es das erste Podium in der WM-Serie seit drei Jahren.

Die Mannschaft der Deutschen Triathlon Union (DTU) hat bei den Triathlon Mixed-Team-Weltmeisterschaften in Hamburg den zehnten Platz belegt. Das junge Quartett um Laura Lindemann (Potsdam), Dritte im Eliterennen der Damen, hatte im Ziel nach jeweils 300 Metern Schwimmen, 6,6 Kilometern Radfahren und 1,6 Kilometern Laufen knapp zwei Minuten Rückstand auf den neuen Weltmeister Australien (1:22:38 Std.). In der Besetzung Anja Knapp (Dettingen), Moritz Horn (Potsdam), Laura Lindemann und Lasse Priester (Saarbrücken) konnte die Staffel des Gastgebers bei Nieselregen an der Alster dieses Mal noch nicht mit den Top-Nationen mithalten. 

[Quelle: SID]

Disclaimer

Die Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir versuchen mit dem Olympic Weekly Olympia-Fans einen Überblick über das Wichtigste aus der vergangenen Woche zu liefern. Mehr und ausführlichere Informationen zu den einzelnen Sportarten gibt es auf den jeweiligen Verbandsseiten. 

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