Deutsche Olympiamannschaft

Ein Funke vom Feuer

Wenn die Tennisspieler Boris Becker und Michael Stich nicht als Gegner, sondern als Doppelpartner auf dem Platz stehen,

…wenn Fechterin Anja Fichtel nach ihrem einsamen Kampf auf der Planche auf vielen Händen getragen wird,

…wenn Handballer Daniel Stephan am Siebenmeterpunkt das Schicksal einer ganzen Nation in den Händen hält,

…wenn Basketballer Dirk Nowitzki statt den Dallas Mavericks seine Landsleute ins Stadion führt,

dann ist Olympia.

Dann werden die Athletinnen und Athleten unter diesem Dach zu einem besonderen Team. Partner statt Gegner, Matchwinner statt Spielführer, Fahnenträger statt Korbjäger – Szenen wie die oben genannten können einen Eindruck vermitteln, was es bedeutet, Teil der Olympiamannschaft zu sein. Fest steht: Kein anderes Event in der ganzen Welt entfaltet die Kraft, seine Protagonisten auf diese Art und Weise zusammenzuführen.

Abseits von Sportart, Geschlecht, Erfahrung und Erwartungshaltung haben die Mitglieder der Olympiamannschaft eines gemeinsam: Sie gehören zu einem Kreis von Sportlern, die ihr Land bei den Spielen vertreten dürfen – und gleichzeitig die Chance haben, etwas Großes zu schaffen. Wer dabei ist, kann auch gewinnen. Dieses Bewusstsein verbindet.

Damit stehen sie in einer Reihe mit deutschen Sport-Ikonen wie Hans-Günther Winkler, Ulrike Meyfarth, Michael Groß, Heike Drechsler oder Andreas Dittmer – Athleten, die Olympiageschichte geschrieben haben. Nicht allein Siege tragen zum Mythos bei, auch Niederlagen formen das Bild der Olympischen Spiele. Unvergessen etwa Zehnkämpfer Jürgen Hingsen, der in Los Angeles 1984 im Duell mit seinem Dauerrivalen Daley Thompson den Kürzeren zog.

Hingsen war fassungslos und mit ihm das Publikum. Was die besondere Dynamik eines Wettkampfs für die Athleten ausmacht, verbindet auf der anderen Seite die Zuschauer – auf den Rängen, vor den Bildschirmen: Emotion. Die Fans fiebern, leiden und feiern mit ihren Athleten. Als Team hinter dem Team. Damals wie heute.